Opernblog

Luisa Miller

Die Handlung

Personen:

 

Il Conte di Walter (Graf Walter)

Rodolfo, sein Sohn

Federica, Herzogin von Ostheim, Walters Nichte

Wurm, Walters Castellan

Miller, alter Soldat im Ruhestand

Luisa, seine Tochter

Laura, ein Bauernmädchen

ein Bauer

Dorfbewohner, Hofdamen, Pagen, Bedienstete, Leibwachen

 

Inhaltsangabe:

 

Erster Akt: „Amore“ – Liebe

Erstes Bild: Anmutiges Dörfchen

Die Dorfbewohner bringen Luisa ein Geburtstagsständchen. Sie ist in Rodolfo verliebt, den sie unter den Gratulanten entdeckt. Ihr Vater misstraut ihm. Beim Kirchgang fordert Wurm von Miller die Hand der Tochter. Als er abgewiesen wird, verrät er, dass Rodolfo der Sohn des Grafen Walter ist.

Zweites Bild: Saal im Schloss Walters

Graf Walter missbilligt die Heiratspläne seines Sohnes mit einem Bauernmädchen. Er will ihn mit Herzogin Federica di Ostheim vermählen. Als Rodolfo dieser gegenüber offen seine Liebe zu Luisa gesteht, erweckt er ihre Eifersucht.

Drittes Bild: Im Haus von Miller

Miller enthüllt seiner Tochter die wahre Identität ihres Geliebten und die Pläne des Grafen. Rodolfo kommt hinzu und schwört Luisa ewige Treue. Ihm folgt Graf Walter, er beschimpft Luisa als Dirne. Darauf greift Miller ihn an und wird von der Leibwache des Grafen gefangen genommen. Rodolfo droht seinem Vater, zu enthüllen, wie der Graf zu Besitz und Titel kam.

Zweiter Akt: „Intrigo“ – Intrige

Erstes Bild: Im Haus von Miller

Wurm sucht Luisa auf: Um ihren Vater zu retten, soll sie in einem Brief und gegenüber Federica persönlich ihre Liebe zu Wurm „gestehen“. Sie willigt verzweifelt ein.

Zweites Bild: Zimmer im Schloss

Wurm berichtet dem Grafen über die geglückte Erpressung. Beide sind jedoch weiterhin besorgt, Rodolfo könnte bekannt machen, dass sein Vater Besitz und Titel dem mit Wurm begangenen Mord an seinem Vetter verdankt. Luisa wird hereingeführt und macht Federica gegenüber das erpresste Geständnis.

Drittes Bild: Garten im Schloss

Rodolfo hat den Brief Luisas erhalten und ist verzweifelt. Er fordert Wurm zum Duell, dem sich dieser durch einen Schuss in die Luft entzieht. Wachen kommen herbei, ebenso der Graf. Zum Schein stimmt dieser der Heirat Rodolfos mit Luisa zu. Als Rodolfo ihm von Luisas Brief berichtet, rät ihm sein Vater, sich an ihr zu rächen und Federica zu heiraten.

Dritter Akt: „Veleno“ – Gift

Haus von Miller

Luisa schreibt einen Brief, in dem sie Rodolfo die Intrigen Wurms aufdeckt. Dann will sie sich das Leben nehmen. Ihr Vater kommt zurück und kann sie davon abhalten. Gemeinsam wollen sie am nächsten Morgen in eine neue Zukunft aufbrechen. Als Luisa zur Nacht betet, kommt Rodolfo heimlich herein; er gießt unbemerkt Gift in einen Becher. Beide trinken. Im Angesicht des Todes enthüllt sie Rodolfo die Wahrheit. Walter und Wurm kommen hinzu, um Rodolfo zur Trauung mit Federica zu holen. Im Sterben ersticht Rodolfo Wurm und verwünscht seinen Vater.

 

Giuseppe Verdi

 

Verdis Eltern waren Gastwirte, erkannten jedoch sein Talent und ermöglichten ihm eine bescheidene musikalische Ausbildung; die Gelegenheit zu einem intensiveren Musikstudium bot sich allerdings erst, als er mit beinahe 19 Jahren nach Mailand ging. Schon seine erste, 1839 an der Scala uraufgeführte Oper wurde recht wohlwollend aufgenommen, doch seine erstaunliche Erfolgsgeschichte begann erst 1842 mit der Premiere von ›Nabucco‹. Von seinen anderen frühen Opern werden ›Ernani‹, ›Macbeth‹ und ›Luisa Miller‹ heute immer noch häufiger gegeben, während die nach 1850 entstandenen Meisterwerke zu den Grundpfeilern des Opernrepertoires gehören: ›Rigoletto‹, ›Il trovatore‹, ›La traviata‹, ›Les Vêpres siciliennes‹, ›Simon Boccanegra‹ und ›Un ballo in maschera‹ aus den 1850er Jahren, ›La forza del destino‹ von 1862, ›Don Carlo‹ (1867) und ›Aida‹ (1871). Zum krönenden Abschluss von Verdis außerordentlich langer Karriere als Opernkomponist wurde schließlich die triumphale Aufführung zweier unvergleich1icher Meisterwerke nach Shakespeare: ›Otello‹ (1887) und ›Falstaff‹ (1893). Sein angeborenes Gespür für Melodie und Charakterzeichnung, das von keinem Komponisten mit Ausnahme Mozarts je übertroffen wurde, entsprach seiner Intelligenz und seinem unablässigen Bestreben, seine harmonischen und instrumentalen Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern.

 

Friedrich Schiller: ›Kabale und Liebe‹

 

Friedrich Schillers ›Kabale und Liebe‹ wurde am 13. April 1784 in Frankfurt am Main uraufgeführt, gilt als typisches Beispiel des »Sturm und Drang«, einer literarischen Strömung der Epoche der Aufklärung, und zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Theaterstücken. Das von Schiller ursprünglich Luise Millerin genannte »bürgerliche Trauerspiel« bekam erst auf Vorschlag des Schauspielers August Wilhelm Iffland den publikumswirksameren Titel ›Kabale und Liebe‹ und handelt von der leidenschaftlichen Liebe zwischen der bürgerlichen Musikertochter Luise Miller und dem Adelssohn Ferdinand von Walter, die durch niederträchtige Intrigen (Kabalen)zerstört wird.

Kabale und Liebe ist ein bürgerliches Trauerspiel, eine auf Gotthold Ephraim Lessing zurückzuführende Form der Tragödie, die nicht mehr ausschließlich in der Welt des Adels, sondern auch in der des Bürgertums spielt. Der Einfluss von Lessings ›Emilia Galotti‹ auf Schillers Stück ist unübersehbar. Die literarische Ständeklausel ist außer Kraft gesetzt, der Konflikt zwischen Bürgertum und Adel – der sich auch als einer zwischen bürgerlichem Standesstolz und adeligem Standesdünkel manifestiert – ist das beherrschende Motiv. Das allgemein Menschliche steht im Zentrum, politische Missstände werden offen angeklagt.

Das Stück zählt zur Epoche des »Sturm und Drang«. Individuelle Interessen und subjektive Gefühle sowie die Forderung nach Freiheit gegenüber den Zwängen der Ständegesellschaft sind machtvolle Triebfedern für die Figuren und führen schließlich in die Katastrophe.

Durch seine Liebe zu Caroline von Wolzogen, der Schwester seiner späteren Ehefrau Charlotte von Lengefeld, war sich Schiller der Kluft zwischen Adel und Bürgertum schmerzlich bewusst geworden.

›Kabale und Liebe‹ war das dritte Drama Schillers. Im September 1782 war er aus dem Machtbereich des württembergischen Herzogs Carl Eugen nach Mannheim geflohen; der Herzog hatte Schiller wegen dessen unerlaubter Ausreise zur Uraufführung des Stückes ›Die Räuber‹ unter Arrest stellen lassen und ihm seine schriftstellerische Tätigkeit untersagt. Ungerechtigkeit und Fürstenwillkür, deren Zeuge und Opfer er wurde, haben sich in ›Kabale und Liebe‹ niedergeschlagen.

 

Weblinks:

 

 

Placido Domingo: https://www.youtube.com/watch?v=8h0qOERov68

Monteserrat Caballé: https://www.youtube.com/watch?v=wBQBD7hQu2w

Erstes Finale: (Domingo, Scotto, Millnes): https://www.youtube.com/watch?v=PAjlPWeJ5PM

Katja Ricciarelli: https://www.youtube.com/watch?v=612JtA633aw

 

  

 

 

 

 

Um die Funktionalität dieser Website für Sie optimal zu gestalten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren.
Einverstanden!