Opernblog

Werther

Jules Massenet: Werther

Jules Massenet

Werther

Lyrisches Drama in vier Akten von Jules Massenet. Libretto von Éduard Blau, Paul Milliet und Georges Hartmann nach Goethes ›Die Leiden des jungen Werther‹.

 

Musikalische Leitung: Julia Jones

Choreinstudierung: Markus Baisch

Szenische Konzeption: Karin Kotzbauer-Bode

Video: fettFilm

Dramaturgie: David Greiner

 

Personen:

 

Werther

Le Bailli (Der Amtmann)

Charlotte, Tochter des Amtmanns

Albert, Charlottes Ehemann

Sophie, Charlottes Schwester

Schmidt, Freund des Amtmanns

Johann, Freund des Amtmanns

Brühlmann, ein junger Mann

Kätchen, ein junges Mädchen, Fritz, Max, Hans, Karl, Gretel, Clara, jüngere Geschwister Charlottes

 

Handlung:

Erster Akt

Juli: Im Hause des Amtmanns wird ein Weihnachtslied gespielt. Er erzählt den auch anwesenden Freunden Schmidt und Johann von seiner ältesten Tochter, die die Mutterrolle für ihre jüngeren Geschwister angenommen hat, nachdem die Mutter gestorben ist. Werther soll sie zum Ball begleiten, da ihr Verlobter Albert abwesend ist. Werther verlässt beglückt mit Charlotte das Haus, während kurz darauf Albert doch schon zurückkehrt und von Sophie empfangen wird. Er verlässt das Haus mit dem Hinweis, am nächsten Tag wiederzukommen. Später begleitet Werther Charlotte nach Hause und gesteht ihr seine Liebe, wird aber vom Amtmann unterbrochen. Werther erfährt, dass Charlotte der Mutter geschworen hat, ihren Verlobten Albert zu heiraten.

Zweiter Akt

September: Charlotte und Albert sind nun verheiratet. Albert ahnt Werthers Kummer und versucht, mit ihm zu sprechen. Es steht wieder ein Ball an, den Sophie mit Werther eröffnen will. Dieser hat jedoch nur Augen für Charlotte und kann seine Eifersucht nicht verbergen. Charlotte rät ihm schließlich, sich bis Weihnachten von ihr fernzuhalten. Werther kämpft mit sich selbst und weiß, dass er Charlotte niemals vergessen könnte. Schon denkt er an den Tod als mögliche Lösung. Schließlich flieht er wie ein Wahnsinniger, bevor die feiernde Gesellschaft erscheint. Albert, Charlotte und Sophie sehen ihm nach. Albert weiß nun, dass Werther seine Frau liebt.

Dritter Akt

Dezember: Werther hat Charlotte einige Briefe geschrieben, in denen er seine Liebe beteuert. Diese gesteht sich nun ein, dass auch sie Werther liebt. Sie versucht, sich im Gebet zu festigen, schließlich tritt jedoch Werther ein, der, von ihrer Distanz verzweifelt, ein Gedicht Ossians singt und sich ihr zu Füßen wirft. Charlotte flieht und schließt sich ein. Als sie schwört, Werther niemals wiederzusehen, sieht dieser nur noch den Tod als Ausweg. Als er Albert brieflich um die Überlassung seiner Pistolen für eine Reise bittet, sperrt dieser sich nicht: Charlotte schickt Werther die Waffen durch einen Diener.

Vierter Akt

Erstes Bild.

Heiligabend

Charlotte ahnt Werthers Selbstmordabsichten und eilt in der Weihnachtsnacht durch das verschneite Wetzlar in der verzweifelten Absicht, ihn daran zu hindern. Ein Schneesturm zieht auf.

Zweites Bild.

Werthers Arbeitszimmer

Charlotte findet Werther sterbend auf dem Boden. Er hindert sie daran, Hilfe zu holen. Sie gesteht ihm ihre Liebe und küsst ihn schließlich. Werther stirbt in ihren Armen. In der Ferne hört man die Kinder Weihnachtslieder singen.

 

Jules Massenet (* 12.5.1842, Montaud; † 13.8.1912, Paris) war der bedeutendste Opernkomponist der französischen Spätromantik. Als jüngster Sohn aus einer Offiziersfamilie bekam er im Kindesalter Musikunterricht von seiner Mutter. Er erwies sich als begabt, wurde daraufhin bereits als Elfjährige an das Konservatorium von Paris geschickt, um sich unter anderem von Charles Gounod und Ambroise Thomas unterrichten zu lassen. Die Mühe lohnte sich, denn der Student gewann 1863 den begehrten Rompreis, der ihm wiederum die Tür zu den höheren Kreisen der musikalischen Bohème öffnete. 

Jules Massenet wirkte von 1878 - 96 als Professor am Pariser Konservatorium und avancierte zu einem der beliebtesten Opernkomponisten seiner Zeit. Während Kollegen wie Jacques Offenbach sich satirisch mit den Zeichen der Zeit auseinandersetzten, wandte sich Massenet zuweilen sentimental-lyrischen Themen zu, wobei ihm sein Gespür für melodische Finesse und überraschende, aber nicht verstörende harmonische Wendungen die Sympathie von Publikum und Kritik sicherte. Zu den bekanntesten Werken zählen „Manon“ (1884), die Adaption des „Werther“ (1892), außerdem „Thaïs“ (1894) und „Thérèse“ (1907). 

Insgesamt komponierte Jules Massenet über 20 abendfüllende Opern, außerdem Orchester und Kammermusik, Klavierwerke, Oratorien und Lieder. Zu besonderer Berühmtheit kam dabei ein instrumentales Intermezzo aus der Oper „Thaïs“. Die so genannte „Méditation“ wurde aufgrund ihrer ergreifenden Melodie zu einem der beliebten Programm- und Zugabenstücken von Violinvirtuosen. Nahezu jeder große Geiger bis hin zu Weltstars wie Anne-Sophie Mutter hat sie im Laufe der Karriere zum Besten gegeben und unter anderem dafür gesorgt, dass das Interesse an Jules Massenet erhalten blieb. Während der vergangenen zwei Jahrzehnte kam es außerdem zu einer dezenten Renaissance der französischen Spätromantik, die dafür sorgte, dass Massenets Opern wieder regelmäßig auf die Spielpläne internationaler Häuser gesetzt wurden.

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