Tannhäuser

Tannhäuser

von Richard Wagner

Unter dem Deckmantel eines Sängerkriegs auf der Wartburg erzählt Richard Wagners Oper ›Tannhäuser‹ die Geschichte einer gescheiterten Re-Integration eines rebellischen Außenseiters in die Gesellschaft.

Gleich zweimal entfernt sich der Titelheld aus seinem sozialen Umfeld. Die erste, selbstgewählte Emigration in den Venusberg führt nicht dazu, dass er hier heimisch wird. Beim Versuch, sich wieder in die höfische Gesellschaft der Wartburg einzureihen, scheitert er an den divergierenden Moralvorstellungen. Der Versuch, den Riss in der Beziehung, auch in seiner persönlichen Liebesbeziehung zu Elisabeth, mit Hilfe der Religion zu kitten, ist auf der weltlichen Ebene ebenfalls ein hoffnungsloses Unterfangen. Und ob die nachträgliche transzendentale Integration per göttlichem Machtwort von oben ein im Hier und Heute glaubwürdiges Ende ist, bleibt offen.

Beide Fassungen dieser Wagner-Oper lösten bei ihren Uraufführungen in Dresden und Paris mittelschwere Skandale aus. Dass der Skandal in Paris allerdings der sexuell-szenischen Kühnheit des hinzugefügten Baccanals zuzuschreiben ist, gehört wohl ins Reich der Legende. Viele der Influencer_innen der damaligen Zeit waren schlicht wie üblich zum ersten Akt noch nicht in der Oper und verpassten deswegen die musikalische »Orgie« des ersten Aktes. Nuran David Çalış politische Lesart des Tannhäuser-Stoffes sollte hingegen keinesfalls verpasst werden.

Romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner. In deutscher Sprache mit Übertiteln.

Gefördert von

Besetzung

Patrick Hahn
Musikalische Leitung

Nuran David Çalış
Inszenierung und Video

Anne Ehrlich
Bühne

Anna Sünkel
Kostüme

Markus Baisch
Chor

Marc von Reth
Dramaturgie